„Innovative Energiesysteme, regionale Stärke und gemeinsames Handeln“

Energiegenossenschaft Vogelsberg wächst weiter – Dividende von 2,5 Prozent beschlossen – Landrat ist 2.000. Mitglied

ALSFELD/WARTENBERG (pm). Die Energiegenossenschaft Vogelsberg eG (EGV) baut ihre Rolle als zentraler Akteur der regionalen Energiewende konsequent aus. Dies wurde bei der Generalversammlung im Wartenberg-Oval in Angersbach deutlich, zu der Aufsichtsratsvorsitzende Ulrike Seip mehr als 250 Mitglieder sowie zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und von Kooperationspartnern begrüßen konnte.

Ein besonderer Meilenstein: Die Genossenschaft hat erstmals die Marke von 2.000 Mitgliedern überschritten. Symbolisch begrüßte Seip Landrat Dr. Jens Mischak als 2.000. Mitglied. Gemeinsam mit Wartenbergs Bürgermeister Dr. Olaf Dahlmann betonte dieser die große Bedeutung von sicheren, nachhaltigen und wirtschaftlichen Energiesystemen – und hob die EGV als starken und verlässlichen Partner in der Region hervor.

Der Vorstand berichtete über ein insgesamt solides Geschäftsjahr 2025. Während die Solarerträge im Durchschnitt lagen, fiel das Windjahr unter Plan aus und führte zu geringeren Einspeisemengen. Gleichzeitig zeigt sich die wirtschaftliche Stabilität der Genossenschaft in ihrer breiten Aufstellung. Daniela Schojan würdigte das besonders eindrucksvolle Engagement der Mitglieder: Für den Windpark Neustadt-Trillrodt wurden innerhalb von nur drei Wochen rund eine Million Euro an Nachrangdarlehen bereitgestellt. Auch beim Repowering-Projekt „Goldner Steinrück“ beteiligten sich die Mitglieder in hohem Maße.

Von wachsender Bedeutung innerhalb der EGV-Gruppe ist die VOBEG Projekt GmbH. Sie realisiert Projekte für Dritte, darunter Vorhaben im Bereich Energiesysteme, wie etwa das Rambachhaus in Alsfeld oder die Kläranlage Ulrichstein. Parallel wurden Kommunale Wärmeplanungen erfolgreich umgesetzt. Am Beispiel von Neustadt (Hessen) entwickeln sich daraus Nahwärmelösungen, die mit großem Interesse seitens der Bevölkerung vorangetrieben werden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Infrastrukturprojekten: So soll der Energiepark Diemelstadt mit Photovoltaik und Speicher im Oktober 2026 in die Umsetzung gehen.

„Wir entwickeln unsere Geschäftsmodelle bewusst weiter, um stabile Ertragssäulen zu schaffen und gleichzeitig unsere regionale Kompetenz einzubringen“, erläuterte Technik-Vorstand Dr. Sebastian Guth.

Mit Blick auf die Mitgliederzahlen, die Geschäftsanteile, das Geschäftsguthaben sowie die Höhe der Nachrangdarlehen wird deutlich: Die EGV wächst in allen Bereichen.

Die Mitglieder folgten den Vorschlägen von Vorstand und Aufsichtsrat und beschlossen eine Dividende in Höhe von 2,5 Prozent. Beide Gremien wurden einstimmig entlastet. Zudem wurde eine Satzungsänderung verabschiedet, die insbesondere den gestiegenen Anforderungen an digitale Kommunikation Rechnung trägt.

Auch personell stellte sich die Genossenschaft zukunftssicher auf: Neben den wiedergewählten Mitgliedern Lothar Bott, HansGerhard Gatzweiler und René Paulus wurde Johannes Euler neu in den Aufsichtsrat gewählt. Mit großem Dank wurde Dr. Birgit Richtberg für ihr langjähriges und prägendes Engagement verabschiedet.

Mit Blick auf die Zukunft setzt die EGV auf eine enge Zusammenarbeit mit Kommunen und auf innovative Energielösungen. Neue Projekte entstehen zunehmend in Partnerschaft mit Städten und Gemeinden und stärken so die Wertschöpfung vor Ort. Gleichzeitig bleibt die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ein zentraler Baustein für die hohe Akzeptanz der Projekte.

Vorstand Björn Köhler formulierte zum Abschluss die strategische Ausrichtung der Genossenschaft: „Unsere Stärke liegt darin, dass wir die Energiewende gemeinsam gestalten – mit unseren Mitgliedern, mit den Kommunen und für die Region. Je mehr Menschen sich beteiligen, desto größer ist die Akzeptanz und desto nachhaltiger ist der Erfolg. Genau diesen Weg gehen wir konsequent weiter.“

Die Energiegenossenschaft Vogelsberg eG sieht sich damit gut aufgestellt, um auch künftig Wachstum, regionale Verantwortung und wirtschaftliche Stabilität miteinander zu verbinden.

Fotos: A. Kierblewski